Herzlichen Glückwunsch an 36 frischgebackene Truppführer: Mit einer Einsatzübung haben drei Kameradinnen und 33 Kameraden erfolgreich ihre Ausbildung zum Truppführer abgeschlossen
Unter der Führung von Ausbildungsleiter Ulf Schmidtchen von der Freiwilligen Feuerwehr Osdorf haben am Mittwoch, 13. Mai 2026, 36 Feuerwehrleute ihre Abschlussprüfung als Truppführer bestanden. Jede der zwölf Feuerwehren im Amtsbereich darf sich jetzt über neue Truppführer bzw. Truppführerinnen freuen.
Die Abschlussprüfung fand in Gettorf am Sportpark statt. Das Szenario für die Teilnehmenden: Feuer in einem Gebäude mit starker Rauchentwicklung; Rettung vermisster Personen, sowohl aus dem brennenden Gebäude als auch vom Dach.
Bei einem Einsatz zählt jede Minute, und doch muss zwingend auf die eigene Sicherheit und die des Kameraden oder der Kameradin geachtet werden. Kommandos müssen schnell und klar verständlich weitergegeben, Gefahren erkannt und auf Truppführer-Ebene abgewehrt werden können. Die Aufgabe eines Truppführers oder einer Truppführerin ist es, nach einem Auftrag innerhalb der Gruppe einen Trupp zu führen. Damit wird auch Verantwortung für den Trupp übernommen.
Ein mindestens 35-stündiger Lehrgang ist zu absolvieren
Hinter der Bezeichnung Truppführer steckt ein mindestens 35-stündiger Lehrgang, der sich an zwei Truppmann-Ausbildungslehrgänge (jeweils 70 bzw. 80 Stunden) anschließt. Voraussetzung für eine Teilnahme am Truppführer-Lehrgang ist eine Dienstzeit von drei Jahren.
Dichter Rauch: Stunden vorher wurde die Nebelmaschine angeworfen
Bei dem Szenario am Mittwochabend stand ein Gebäudeteil der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft am Sportpark in Flammen, aus dem Menschen gerettet werden mussten. Stunden vor der Übung hatten Kameraden der Feuerwehr Gettorf die Nebelmaschine angeworfen, um täuschend echt eine starke „Rauchentwicklung“ herzustellen – entsprechend schlecht bis unmöglich war die Sicht in dem betroffenen Gebäudeteil.
Drei Personen wurden vermisst und mussten gerettet werden
Zur Aufgabe gehörte neben der Rettung zweier Personen aus einem Gebäude mit starker Rauchentwicklung auch der Aufbau einer Hydranten- bzw. Wasserversorgung und die Rettung einer dritten Person vom Dach mittels einer Steckleiter. Die zukünftigen Truppführer müssen u. a. den richtigen Einsatz der Löschmittel Wasser, Schaum, Pulver und CO2 und ihre Haupt- und Nebenlöschwirkungen genau kennen – entsprechend mussten die passenden Löschschläuche verlegt werden.
„Das Szenario der praktischen Abschlussprüfung muss der Wirklichkeit ziemlich nah kommen.“
Unter Einsatz von Atemschutzträgern betraten einige Prüfungsabsolventen die große Halle. Bevor sie in den brennenden Gebäudeteil gelangen konnten, musste die Tür geöffnet werden. „Das Szenario der praktischen Abschlussprüfung muss der Wirklichkeit ziemlich nah kommen“, erklärte Ausbildungsleiter Ulf Schmidtchen. Vier Löschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportwagen waren im Einsatz.
Ulf Schmidtchen leitet seit 20 Jahren den Truppführer-Lehrgang
Seit 20 Jahren leitet der 59-Jährige ehrenamtlich die Truppführer-Ausbildungslehrgänge auf Amtsebene. Das Amt übernimmt die Kosten der Ausbildung im Sinne von Kosten für Material und Verpflegung. Ulf Schmidtchen vermittelte den Teilnehmenden Kenntnisse der Rechtsgrundlagen sowie in den Themenbereichen „Brennen und Löschen“, Fahrzeugkunde, Verhalten bei Gefahr, Löscheinsatz, Technische Hilfeleistung, ABC-Gefahrstoffe und Brandsicherheitswachdienst. Die Abschlussprüfung setzt sich aus einem schriftlichen und praktischen Test zusammen – letzterer fand am Mittwochabend statt.
„Die Herausforderung eines Truppführers ist es, dass er mit allen zusammenarbeiten muss, sowohl mit dem Truppmann als auch mit dem Gruppenführer.“
Mit zwei Kameraden ist der Trupp die kleinste Einheit in der Feuerwehr. Eine Löschgruppe besteht aus neun Feuerwehrleuten. „Die Herausforderung eines Truppführers ist es, dass er mit allen zusammenarbeiten muss, sowohl mit dem Truppmann als auch mit dem Gruppenführer“, erklärte der Ausbildungsleiter. Für ihn sollte dieser Lehrgang, der aufgrund einer dreijährigen coronabedingten Pause mit 36 Feuerwehrangehörigen doppelt so viel Teilnehmer als üblich hatte, der letzte sein. Nach dieser Prüfung gibt der Osdorfer die Lehrgangsleitung in andere, jüngere Hände.
„Die Bereitschaft, eine Ausbildung zu machen und in der privaten freien Zeit zu lernen, ist wirklich gut.“
Rückblickend auf die zwei Jahrzehnte ist Ulf Schmidtchen zuversichtlich, was den Feuerwehrnachwuchs angeht. „Die Bereitschaft, eine Ausbildung zu machen und in der privaten freien Zeit zu lernen, ist wirklich gut.“ Denn eines dürfe der Laie nicht vergessen: Bei allen zwölf Wehren im Amt Dänischer Wohld handelt es sich um Freiwillige Feuerwehren, das heißt, das jedes Mitglied ehrenamtlich in seiner Freizeit unter dem Motto „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ im Einsatz ist.
Beobachter der praktischen Prüfung
Amtswehrführer Jochen Bromann, Heinfried Ahrens vom Kreisfeuerwehrverband und Amtsdirektor Matthias Meins nahmen als Beobachter an der Prüfungsübung teil. Sie sahen, dass alle 36 zukünftigen Truppführer die Aufgabenstellung zufriedenstellend absolvierten. Im Anschluss an die Prüfung versammelten sich alle Teilnehmenden für eine Nachbesprechung und die Verleihung der Lehrgangsbescheinigungen im Feuerwehrgerätehaus der Gettorfer Feuerwehr bei Schnittchen und Getränken.
Quelle: Amt Dänischer Wohld