Warum Gettorf ein neues Feuerwehrgerätehaus braucht
und warum sich die Investition lohnt
Derzeit wird in der Bevölkerung häufiger über den vorgesehenen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses gesprochen. Dabei steht schnell eine Frage im Raum: Muss das wirklich sein? Schließlich geht es um viel Geld. Diese Frage ist berechtigt, denn es geht um Steuergelder. Doch ein genauer Blick zeigt: Der Neubau ist kein Luxus, sondern vielmehr eine notwendige Investition in Sicherheit, Gesundheit und Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.
Einsatzfahrzeuge gehören nicht auf den Hof
Derzeit stehen zwei Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Gettorf draußen im Freien, bei Regen, Sturm, Frost oder Hitze. Moderne Feuerwehrfahrzeuge sind zum Teil hochkomplexe Spezialfahrzeuge mit empfindlicher Technik, Elektronik und umfangreicher Beladung. Werden sie dauerhaft Witterung ausgesetzt, führt das schneller zu Ver- schleiß, höheren Wartungskosten und im schlimmsten Fall zu Verzögerungen im Einsatzfall. Weitere Ausrüstung sowie ein Anhänger zur Stromerzeugung für Notfalle sind in der ehemaligen Rettungswache untergebracht, die sich eben- falls hinter dem jetzigen Feuerwehrgerätehaus befindet. Diese räumliche Trennung erschwert im Einsatzfall schnelle Abläufe und ist langfristig keine optimale Lösung. Ein neues Gerätehaus sorgt dafür, dass Fahrzeuge geschützt untergebracht und jederzeit schnell einsatzbereit sind.
Arbeitsschutz ist keine Kür, sondern Pflicht
Ein weiterer Punkt betrifft den Schutz der Einsatzkräfte. Die Feuerwehrunfallkasse als zuständige Unfallversicherung für die freiwilligen Feuerwehrleute fordert heute eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung. Das bedeutet: Bereiche mit verschmutzter Einsatzkleidung, etwa nach Bränden mit Schadstoffen, müssen strikt vor sauberen Bereichen wie Umkleiden oder Aufenthaltsräumen getrennt sein. Der Hintergrund ist ernst: Brandrauch enthält krebserregende Stoffe, die sich in der Kleidung festsetzen können. Ohne geeignete bauliche Trennung gelangen diese Schadstoffe leicht in Aufenthaltsräume oder nach Hause zu den Familien der Feuerwehrleute. Moderne Feuerwehrhäuser sind deshalb so geplant, dass diese Risiken minimiert wer- den. Das aktuelle Gebäude kann diese Anforderungen baulich nicht erfüllen.
Ein Gebäude aus einer anderen Zeit
Das bestehende Gerätehaus stammt aus den 1980er Jahren. Schon damals wurde es leider aus Ersparnisgründen nicht vollständig auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Wehr zugeschnitten. Seitdem haben sich Technik, Fahrzeuge und Einsatzabläufe jedoch stark verändert. Hinzu kommt, dass die Freiwillige Feuerwehr Gettorf nicht nur für das Ortsgebiet zuständig ist. Sie übernimmt als sogenannte Hilfeleistungsfeuerwehr Aufgaben für das gesamte Amtsgebiet des Amtes Dänischer Wohld. Das bedeutet, dass sie bei größeren Einsätzen oder speziellen technischen Hilfeleistungen auch in anderen Gemeinden des Amtsgebietes eingesetzt wird. Heute benötigen Feuerwehren mehr Platz für größere Fahrzeuge, spezielle Ausrüstung, Schulungsräume, getrennte Umkleiden sowie sichere Verkehrswege innerhalb des Gebäudes. In der heutigen Zeit besteht ein großer Bedarf an Lagerkapazitäten für feuerwehrtechnische Ausrüstung. Das alte Gebäude ist dafür schlicht nicht ausgelegt. Durch eine Erweiterung oder einen Umbau lassen sich die gestiegenen Anforderungen nicht erfüllen. Allein durch die Tatsache, dass der bisherige Standort die notwendige Erweiterung nicht zulässt, musste eine geeignete Fläche für einen Neubau gefunden werden. Die Überlegungen zu einem Neubau zielen daher nicht auf Luxus oder größere Komfortansprüche ab, sondern vor allem darauf, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auch in Zukunft sicherzustellen. Ein modernes Feuerwehrgerätehaus würde ausreichend Platz für Fahrzeuge und Ausrüstung bieten, sichere Arbeits- und Umkleidebereiche schaffen und die Abläufe bei Einsätzen deutlich verbessern.
Gettorf ist deutlich gewachsen
Hinzu kommt: Gettorf ist größer geworden. Rund 2.500 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner sowie zwei neue Gewerbegebiete seit den 1980er Jahren bedeuten mehr Gebäude, mehr Verkehr, mehr Betriebe und damit auch mehr mögliche Einsatzlagen. Die Feuerwehr ist dabei vollständig ehrenamtlich organisiert. Die Frauen und Männer stellen ihre Freizeit unentgeltlich zur Verfügung, um anderen zu helfen. Eine moderne Infrastruktur ist daher auch ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber diesem Engagement.
Sicherheit kostet – aber Stillstand auch
Natürlich verursacht ein Neubau Kosten. Doch auch das Festhalten an einem ungeeigneten Gebäude hat seinen Preis: steigende Reparaturen, ineffiziente Abläufe, mögliche Probleme beim Arbeitsschutz und langfristig möglicherweise noch höhere Investitionen. Ein modernes Feuerwehrgerätehaus ist eine Investition für mehrere Jahrzehnte, in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, in den Schutz der Einsatzkräfte und in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Die Gemeinde steht damit vor der Aufgabe, eine Lösung zu finden, die sowohl den gestiegenen Anforderungen des Brandschutzes als auch den berechtigten Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Finanzierung gerecht wird. Klar ist jedoch: Damit die Freiwillige Feuerwehr Gettorf auch künftig schnell und effektiv helfen kann, müssen die Rahmenbedingungen den heutigen Anforderungen entsprechen. Dies will die Gemeinde mit den Neubauplanungen auf dem erworbenen Grundstück umsetzen.
| Freiwillige Feuerwehr Gettorf | Gemeinde Gettorf | |
| Frank-Andreas Greggersen | Marco Koch | |
| Wehrführer | Bürgermeister |
Quelle: Flüstertüte, Nr. 265 / 23. Jahrgang / Mai 2026